Über Alpakas

Hocherfreut,
Sie kennenzulernen!

Wie macht ein Ausflug in die Natur am meisten Spaß?

Informieren Sie sich im Folgenden näher über Alpakas. Wenn Sie auf die Schnelle einige Infos möchten, dann nutzen Sie den Fragen-und-Antworten-Abschnitt direkt unterhalb. Möchten Sie sich möglichst detailliert informieren, so stehen Ihnen die ausführlichen Abschnitte im weiteren Verlauf bereit.

Alpaka-Schnellkurs: Fragen & Antworten

Woher kommen die Alpakas?
Alpakas kommen aus Südamerika. Dort leben sie in den Anden von Peru. Sie zählen zu den Neuweltkamelieden. Die Urform sind die Guanakos und Vikunjas.
Gibt es unterschiedliche Rassen?
Ja, man unterscheidet in Huacaya und Suri. Die Unterschiede schlagen sich optisch in der Wolle nieder. Die Wolle der Huacayas wächst lotrecht zur Haut und weist eine feine Kräuselung (Crimp) auf, während die Wolle des Suris in langen und glänzenden Locken herabhängt, wodurch sie schmaler und eleganter wirken als das Huacaya.

95% der Alpakas weltweit sind Huacayas, nur sind 5% Suris.
Wofür hält man die Alpakas?
Wir halten die Alpakas zum einen für den Tierverkauf, zum anderen für die Wollgewinnung. Die Wolle der Alpakas hat im Gegensatz zu Schafswolle viele Vorteile, wie z. B. die thermoregulierende Eigenschaft.
Kann man die essen?
Ja, man kann Alpakafleisch essen. Wir machen dies nicht, weil wir es nicht übers Herz bringen können und den Gedanken, ein so wunderschönes Tier zu essen, absurd finden. All unsere Tiere bekommen bei uns ihr Gnadenbrot. Keines wird geschlachtet!
Spucken die?
Ja, Alpakas spucken; genau wie Lamas. Es gehört zur Regelung ihrer Rangfolge ebenso wie das Treten und kleine Rempeleien. Menschen werden normalerweise nicht gezielt angespuckt.
Kann man ein Alpaka allein halten?
Nein, Alpakas sind strak geprägte Herdentiere. Je größer die Herde, desto ruhiger und entspannter sind die Tiere, denn viele Augen sehen mehr als wenige.
Was machen die Alpakas für Geräusche?
Als Lautäußerung hört man nicht mehr als ein sanftes Summen, ein beschauliches „Mmmh“.
Was ist bei der Pflege zu beachten?
Bitte berücksichtigen Sie eine jährliche Schur der Alpakas, damit die Alpakas im Hochsommer nicht am Hitzestress leiden. Außerdem müssen regelmäßig die Nägel und die Zähne korrigiert werden, weil diese das ganze Leben lang wachsen.
Was macht die Alpakawolle so empfehlenswert?
Alpakawolle zählt neben Kaschmir und Seide zu den edelsten der Welt. Sie ist unglaublich fein und weich. Man unterscheidet 22 natürliche Farben in über 60 Farbschattierungen. Außerdem hat die Wolle weitere gute Eigenschaften. Zum Beispiel wirkt sie thermoregulierend und ist hypoallergen.
Wie lange dauert die Tragzeit der Stuten?
Die Trächtigkeitsdauer beträgt in der Regel 11,5 bis 12 Monate.

Steckbrief

Die Schulterhöhe eines ausgewachsenen Alpakas liegt zwischen 80 und 99 cm. Das Gewicht beträgt etwa 50 bis 80 kg. Die Hengste sind in der Regel etwas größer und schwerer als die Stuten. Die Lebenserwartung eines Alpakas liegt bei etwa 20+ Jahren.

Trächtigkeit & Geburt:

Bei Alpakas gibt es keinen zyklusgesteuerten Eisprung, also auch keine Brunft oder Rosse. Der Eisprung wird, ähnlich wie bei Katzen, direkt durch den Deckakt ausgelöst. Der Deckakt erfolgt im Liegen und kann bis zu 30 Minuten dauern. Die Trächtigkeitsdauer bei Alpakas beträgt in der Regel zwischen 11,5 und 12 Monaten.

Komplikationen bei der Geburt treten selten auf, sind aber immer ein Fall für den Tierarzt. Mehrlingsgeburten kommen nicht oder nur sehr selten vor. Das Fohlen (Cria) wiegt bei der Geburt 6 bis 8 kg. Nach etwa sechs Monaten werden die Fohlen abgesetzt und in geschlechtlich getrennten Absetzergruppen gehalten.

Huacaya:

Ihre Fasern wachsen lotrecht zur Haut und weisen eine feine Kräuselung (Crimp) auf, was den Huacayas ein sehr voluminöses, wolliges Aussehen gibt. Crimp ist immer auch ein Zeichen von größerer Dichte. Durch den Crimp können mehr Haarfollikel pro cm² dicht aneinander stehen. Der Wollertrag steigt durch größere Dichte.

Bei der Qualität der Faser spielt Feinheit die größte Rolle, wobei gleichmäßiger Crimp, Dichte und Gleichförmigkeit der Faser ebenso erwünscht sind. 95% aller Alpakas sind Huacaya-Alpakas, 80% aller Huacaya-Alpakas sind weiß.

Suri:

Suris sind die Vollblüter unter den Alpakas. Sie sind temperamentvoll, stolz und elegant. Ihre Körperhaltung ist erhaben. Für jeden Laien ist auf den ersten Blick ersichtlich, dass ein Suri-Alpaka etwas Besonderes ist. Ihre Faser hat einen seidigen, kühlenden Charakter und hängt in langen, glänzenden Locken am Körper herab.

Durch ihre besondere Faserbeschaffenheit sind Suri Alpakas deutlich von Huacayas zu unterschieden. Ihr Vlies scheitelt sich auf dem Rücken und hängt in gleichmäßigen, langen Locken (Curl) am Körper herab. Dadurch wirken Suri-Alpakas schmaler und eleganter als Huacayas.

Auch beim Suri legt man Wert auf Feinheit, Glanz, Uniformität der Faser und perfekten Körperbau. Suri-Alpakas machen etwa 5% des weltweiten Alpakabestandes aus. In Deutschland existieren nur ca. 300 Exemplare.

Alpakafaser

Die Alpakafaser zählt neben Kaschmir und Seide zu den edelsten der Welt. Alpakafasern sind unglaublich fein und weich und besitzen perfekte thermoregulierende Eigenschaften. Ihre Oberfläche ist erheblich glatter als die anderer Edelfasern. Dadurch ist ein Verfilzen der Faser kaum möglich. Ihr Glanz sowie ihre Feinheit und Weichheit sind legendär. Man unterscheidet 22 natürliche Farben in über 60 Farbschattierungen.

Alpakafasern werden als hypoallergen eingestuft (geringer Lanolinanteil); sie sind also für Allergiker geeignet und aufgrund der großen natürlichen Farbvielfalt besteht keine Notwendigkeit, die Textilien chemisch zu färben. Durch ihr hohe Reißfestigkeit und gute Färbbarkeit sind sie ideal für die industrielle Verarbeitung geeignet. Huacayafasern lassen sich aber auch besonders gut von Hand verspinnen.

Faserqualität:

Die Feinheit der Alpakafaser wird in Micron (Tausendstel Millimeter) gemessen. Sie kann zwischen 14 und über 40 Micron betragen. Dabei gilt: Je feiner und weicher, desto edler und teurer. Über 30 Micron ist die Verarbeitung der Fasern zu Textilien nur noch bedingt möglich. Folgende Qualitätsstufen für den Feinheitsgrad wurden festgelegt:
  • Baby royal: unter 20 Micron
  • Baby Alpaka: 20,1-23,0 Micron
  • Superfine: 23,1-26,9 Micron
  • Medium: 27-30,9 Micron
  • Strong: 31-35,9 Micron
  • Coarse: 36 Micron und stärker

Haltung & Pflege

Alpakas zählen zu den Herdentieren und sollten deshalb immer in Gruppen zu mehreren Tieren gehalten werden. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialgefüge. Neue Herdenmitglieder werden in der Regel schnell in den Herdenverband der anderen Alpakas aufgenommen. Alpakas brauchen gerade in Regionen mit vielen Niederschlägen einen Stall, in dem sie sich bei Bedarf trocken unterstellen können. Damit sich das Alpaka im Stall wohl fühlt, benötigt es genügend Platz und Raum, um im Stall fressen, liegen und aufrecht stehen zu können. Wer Stallungen neu plant, sollte einem ausreichend großen Offenstall den Vorzug geben. Der Alpakastall sollte über eine zugfreie Belüftung verfügen.

Erfahrungsgemäß können wir sagen:

Gönnen Sie Ihren Tieren lieber das Doppelte der Mindestgröße, denn Alpakas liegen ungern dicht an dicht. Für das Stallklima ist die Stallhöhe und die Stallgröße entscheidend:

Um genügend Kopffreiheit gewährleisten zu können, benötigt der Stall für Alpakas eine Mindesthöhe von 2 Metern. Dieses Maß sollte an keiner Stelle unterschritten werden – ganz im Gegenteil:

Um auch für größere Tiere genügend Kopffreiheit sicherzustellen, rechnet man oft mit einem Maß von 2,5 Metern. Je höher, desto besser ist es. Denn die Stallhöhe beeinflusst das Stallklima positiv. Um die Stallungen für den Traktor befahrbar zu machen, ist eine Deckenhöhe von mindestens 3 Metern angeraten. Planen Sie dementsprechend breite Tore und passende Boxenabmessungen ein. Vergessen sie dabei nicht, dass die Stallbeleuchtung (Leuchtstoffröhren etc.) ebenfalls entsprechend hoch angebracht sein muss. Boxen, die bei Alpakahaltung Verwendung finden, um einzelne Tiere von der Herde zu isolieren (Geburt, Krankheit), sollten eine Wandhöhe aufweisen, die nicht überwunden werden kann. Bei Alpakas reicht eine Höhe von 1,4 Metern in der Regel aus. Wichtig sind genügend Futterplätze, denn Alpakas fressen mit Vorliebe gleichzeitig. Frisches Trinkwasser hat jederzeit bereitzustehen.

Weide:

Alpakas sind Schwielensohler. Sie verursachen selbst auf matschigen Böden kaum Trittschäden. Für Alpakas sind magere Weiden (Ponyweiden) besser geeignet. Ein zu hoher Proteingehalt im Gras kann zu einer Verschlechterung der Faserqualität führen. Die Weidefläche sollte für die ersten beiden Tiere mindestens 1000 m2 groß sein. Für jedes weitere Tier rechnet man weitere 100 m2 dazu. Alpakas sind steuerrechtlich als landwirtschaftliche Nutztiere anerkannt. Ein Alpaka entspricht 0,08 Großvieheinheiten.

Die Umzäunung muss mindestens 1,2 bis 1,50 Meter hoch sein und kann aus verschiedenen Materialien bestehen (Drahtgeflecht, Wildeinzäunung, Maschendraht).

Pflege:

Eine Untersuchung von Kotproben ist erforderlich, um bei Bedarf zu entwurmen. Je nach Bedarf müssen die Zehennägel und die Zähne der Tiere gekürzt werden. Einmal jährlich müssen Alpakas geschoren werden, damit sie im Sommer nicht unter Hitzestress stehen. Geschoren wird zwischen Mai und Juni. Die Faser wir bereits bei der Schur nach 3 Qualitäten getrennt.

Futter:

Gutes Heu mit niedrigem Proteingehalt ist zur freien Verfügung bereitzustellen. Tragende und laktierende Stuten sowie Deckhengste und Jungtiere im Wachstum erhalten je nach Bedarf eine Kraftfuttermischung dazu. Eine spezielle Mineralstoffmischung freien Verfügung ist angeraten.

Ein von uns perfekt auf die Alpakas abgestimmtes Futter ist direkt am Hof erhältlich.

Verhalten & Charakter:

Alpakas sind intelligente, liebenswerte Tiere mit vielen Gesichtern. Sie sind sanft und zärtlich, chronisch neugierig und explodieren vor lauter Lebensfreude. Jedes Alpaka hat seinen eigenen Charakter, der meist schon als Fohlen zu erkennen ist. Da gibt es süße Schmusekatzen, kleine Tagträumer, starke Beschützer und echte Draufgänger. Alpakas sind als Herdentiere zudem wachsam. Bei drohender Gefahr stoßen sie einen Warnpfiff aus, flüchten jedoch nicht, sondern schätzen die Situation erst in Bezug ihre Gefährlichkeit ein. Je größer die Herde, umso ruhiger und entspannter ist die Gruppe, denn viele Augen sehen mehr als wenige. Potentielle Angreifer (Katzen, Hunde, Fuchs) werden erst beobachtet, dann gestellt und schließlich gnadenlos in die Flucht geschlagen. Als Lautäußerung hört man von Alpakas meistens nicht mehr als ein beschauliches „Mmmh“ – ein sanftes Summen, das alpakatypisch allerdings schwierig zu beschreiben ist.

Oft werden wir gefragt: „Spucken die auch?“ Ja, Alpakas spucken! Es gehört zur Regelung ihrer Rangordnung ebenso wie das Treten und kleine Rempeleien. Allerdings geschieht dies nie ohne Vorwarnung und nur selten gezielt gegen Menschen. Jungtiere (Crias) werden von der ganzen Gruppe zärtlich begrüßt und sofort in den Herdenverband aufgenommen. Bei Gefahr nimmt die Herde die Crias in die Mitte, um sie so zu schützen. Dieser zärtliche Umgang mit dem Nachwuchs ist schön zu beobachten. Crias sind neugierig und verspielt. Nur zu gern sprinten sie über die Weide, um später gemütlich im Gras zu relaxen.

Ursprung:

Alpakas zählen zur Familie der Neuweltkameliden. Aus den Urformen Guanako und Vikunja züchteten die Ureinwohner Südamerikas vor über 5.000 Jahren die beiden Arten Lamas und Alpakas.

Lamas dienten der Bevölkerung als Lastentiere. Die Faser der kleineren Alpakas wurde zu wertvollen Stoffen verarbeitet, die den Herrscherfamilien vorbehalten waren. Mit Ankunft der spanischen Eroberer und der Verdrängung der Inkas begann der Niedergang der Alpaka und Lamabestände. Die Spanier brachten Schafe, Pferde und Rinder mit ins Land. Pferde konnten erheblich größere Lasten tragen. Schafe waren aufgrund ihrer Vermehrungsrate attraktiver für Woll- und Fleischgewinnung. Die Neuweltkameliden verloren ihren Reiz. Wer es sich leisten konnte, wechselte zu den teuren „Exoten“. Die arme Bevölkerung musste mit den Neuweltkameliden vorliebnehmen. Pferde und Rinder brauchten aber besseres Futter als die Neuweltkameliden. So wanderten die Indios mit ihren Lamas und Alpakas in die Hochplateaus, denn in solchen Verhältnissen hatten die „Exoten“ keine Chance zu überleben.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Alpaka als Nutztier zur Fasergewinnung wiederentdeckt. Erst seit etwa 20 Jahren ist es möglich, Alpakas aus ihrer Heimat zu importieren. Noch heute werden in den Ursprungsländern viele Alpakas von Hand ohne elektrische Schermaschinen geschoren.
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(Nur Tierverkauf)

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(Für Allgemeines)

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